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Vollständige Version anzeigen : wieder mal ne Toleranzfrage: Homosexualität, Homo-Ehe...


zimbim
29.12.2006, 17:18
“Eine Mehrheit ist gegen gleichgeschlechtliche Ehen und Adoption von Kindern durch
gleichgeschlechtliche Paare”
Die Umfrage zeigt auch, dass die Toleranz gegenüber Homosexualität recht
begrenzt ist. Im Durchschnitt finden nämlich nur 32% der Europäer, dass es
gleichgeschlechtlichen Paaren überall in Europa erlaubt sein sollte, Kinder zu adoptieren.
Tatsächlich akzeptiert in 14 von 25 Mitgliedstaaten weniger als ein Viertel der
Bevölkerung die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare. Etwas toleranter ist die
öffentliche Meinung hingegen bei gleichgeschlechtlichen Ehen. So stimmen 44% der EUBürger
zu, dass solche Ehen überall in Europa zugelassen sein sollten. Erwähnenswert
ist, dass sich einige Mitgliedstaaten durch sehr hohe Akzeptanz vom
Durchschnittsergebnis abheben. Die Niederlande führen die Liste mit 82% der
Befragten, die für gleichgeschlechtliche Ehen sind, und 69% der Befragten, die dem
Gedanken der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare zustimmen, an.
Am stärksten ist die Ablehnung dagegen in Griechenland und Lettland (beide 84% bzw.
89%) und Polen (76% bzw. 89%).
Es sei daran erinnert, dass gleichgeschlechtliche Ehen (oder ähnliche Verbindungen
zwischen Personen gleichen Geschlechts) nur in den Niederlanden, Belgien, Spanien,
Schweden und dem Vereinigten Königreich erlaubt sind.
Quelle: Eurobarometer 66, EU-weite Umfrage im Auftrag der EU-Kommission; klick (>9 MB!) (http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb/eb66/eb66_highlights_de.pdf)


Ich weiß, ich weiß, das Wort "Toleranz" ist ausgelutschter denn je, vor allem im Bezug auf Migration, Islam, Religion o.ä. Nichtsdestotrotz interessiert mich, wie hier gedacht wird über Homosexualität, Homoehe und dergleichen.

jayjay
29.12.2006, 18:49
ich bin gegen die homoehe und damit sogar mal auf einer linie mit dem islam :D
meiner meinung nach kann der staat nur an einer ehe interesse haben von der er unmittelbaren nutzen zieht bzw. diese möglichkeit zumindest theoretisch besteht: nachkommen. von mir aus gleichstellungen bei besuchsrecht und ähnlichem, alles andere kann man eh zivilrechtlich schon lange selbst gestalten. es geht also letztendlich nur um steuerliche begünstigungen und hier sehe ich keinen handlungsbedarf.

ausserdem dachte ich immer, dass "ehe" und "klassische familie" bei jenen gruppierungen welche die homoehe propagieren sowieso völlig "out" sind. :roll:

zimbim
29.12.2006, 19:27
meiner meinung nach kann der staat nur an einer ehe interesse haben von der er unmittelbaren nutzen zieht bzw. diese möglichkeit zumindest theoretisch besteht: nachkommen.
interessant, was ist dann mit den kinderlosen Ehepaaren?

von mir aus gleichstellungen bei besuchsrecht und ähnlichem, alles andere kann man eh zivilrechtlich schon lange selbst gestalten. es geht also letztendlich nur um steuerliche begünstigungen und hier sehe ich keinen handlungsbedarf.
man kann zivilrechtlich lange nicht alles selbst gestalten:
:arrow: Abtretung des Mietrechts
:arrow: Zeugnisentschlagungsrecht
:arrow: Erbrecht des Ehegatten/-gattin

Wie schauts mit Witwen-/Witwerpension aus?
Mitversicherung des nicht berufstätigen Partners in der KrankenV?
...


ausserdem dachte ich immer, dass "ehe" und "klassische familie" bei jenen gruppierungen welche die homoehe propagieren sowieso völlig "out" sind. :roll:

erstens: wer sind die sogenannten Gruppierungen, die die Homoehe deiner Meinung nach propagieren?

zweitens: Lifestyle hat wohl äußerst wenig mit - ums mal pathetisch zu formulieren - Liebe zu tun. Wenn man - wie du scheinbar - einem Klischeedenken verfallen ist, wunderts mich nicht, dass man in einem/einer Homosexuellen den rosa Tutu-Träger oder die Kurzhaar-Kampflesbe sieht, die nur "das Eine" im Kopf haben... :roll:

Molella
29.12.2006, 19:48
ich bin gegen die homoehe und damit sogar mal auf einer linie mit dem islam :D
meiner meinung nach kann der staat nur an einer ehe interesse haben von der er unmittelbaren nutzen zieht bzw. diese möglichkeit zumindest theoretisch besteht: nachkommen. von mir aus gleichstellungen bei besuchsrecht und ähnlichem, alles andere kann man eh zivilrechtlich schon lange selbst gestalten. es geht also letztendlich nur um steuerliche begünstigungen und hier sehe ich keinen handlungsbedarf.

ausserdem dachte ich immer, dass "ehe" und "klassische familie" bei jenen gruppierungen welche die homoehe propagieren sowieso völlig "out" sind. :roll:


Zum Argument mit den Nachkommen: Ich bin mir sicher, dass sich kein Mensch sexuell "umpolen" lässt nur damit er vom Staat Begünstigungen bekommt. Ein Homosexueller wird daher in der Regel also auch nicht dadurch heterosexuell und bekommt Kinder nur weil der Staat keine Homo-Ehe erlaubt.

Dass du von Zivilrecht keine Ahnung hast, hat mein Vorschreibner eh bereits klargestellt. Falls Interesse besteht --> http://orawww.uibk.ac.at/public_prod/owa/lfuonline_lv.details?sem_id_in=06W&lvnr_id_in=305217

Julie
29.12.2006, 19:54
Ich finde bei Homosexualität sollte es um Akzeptanz gehen und nicht um Toleranz. Man(n)/Frau will ja nicht nur toleriert werden von der Gesellschaft sondern so akzeptiert wie er/sie ist.

Kinderlose Gesellschaft
Schwule und Lesben gab es schon immer. Und die 10% der Bevölkerung, die homosexuell sind, sind NICHT für die niedrige Geburtenrate verantwortlich. Als es in den 60iger einen Babyboom gab, gab es genauso viele Schwule und Lesben.... nur das man vielleicht jetzt eher darüber redet.

"Schuld" daran ist mAn die Gesellschaft, Ausrichtung auf Geld und Leistung...
Das sind Frauen, die sich für ihre Karrieren entscheiden, Paare, die sich Kinder nicht leisten können, zu wenig Kinderbetreuungsplätze in Österreich, der schwierige Berufsstart für Frauen nach der Schwangerschaftspause usw. usw.

jayjay
29.12.2006, 20:12
ich würde auch kinderlose (ehe)paare nicht steuerlich begünstigen.
im gegensatz zu anderen hier habe ich jus studiert und weiss sehr wohl was sich vertraglich regeln lässt und was nicht. so kann man etwa testamentarisch - bis auf die pflichtteile - klar festlegen wer was erben soll, auch lässt sich in jedem mietvertrag ein abtretungsrecht vereinbaren sofern der vermieter das ganze unterschreibt.
das zeugnisentschlagungsrecht kann man von mir aus ändern.
bei mitversicherung oder witwerpension bin ich ebenfalls gegen eine gleichstellung, wobei ich das auch bei normalen ehen anders regeln würde.

die ehe ist per definition eine verbindung von mann und frau - darin sind sich alle weltreligionen einig. wieso schaut hier plötzlich niemand auf die religiösen gefühle die milliarden gläubigen menschen mit dem wort "ehe" eben keine homogemeinschaft verbinden? wie wärs zb. da mal mit toleranz?

ungleiches lässt sich nicht gleich machen. vielleicht kommt ja bald ein gesetz das vorschreibt, dass männer kinder bekommen sollen - der erfolg solcher linker phantasien scheitert wohl wie so oft unmittelbar an der natur.

wahrscheinlich bin ich jetzt eh wieder intolerant (links kann nie intolerant sein und konservativ ists immer, also passt scho), wohlwissend, dass die mehrheit der eu-bürger gleich denkt wie ich.

Julie
29.12.2006, 20:41
die ehe ist per definition eine verbindung von mann und frau - darin sind sich alle weltreligionen einig. wieso schaut hier plötzlich niemand auf die religiösen gefühle die milliarden gläubigen menschen mit dem wort "ehe" eben keine homogemeinschaft verbinden?

ehe ist eine verbindung zwischen zwei menschen, die sich lieben und für ihr leben zusammen bleiben wollen.

ich finde allerdings auch, das man die homeehe nicht ehe nennen sollte. ist definitionssache. ich glaub auch nicht, dass so viele schwule/lesbische pärchen in der kirche heiraten sollen. aber du - als jurist sowieso - weißt sicher, dass zivilrecht und kirche in unserem staat getrennt sind.

das heißt: nenn es "zivile lebensgemeinschaft" und statte sie gleich aus wie die ehe. dann sind auch keine gläubigen beleidigt. (weil zivilrecht hat nix mit kirche zu tun)


ungleiches lässt sich nicht gleich machen. vielleicht kommt ja bald ein gesetz das vorschreibt, dass männer kinder bekommen sollen - der erfolg solcher linker phantasien scheitert wohl wie so oft unmittelbar an der natur.

das ist kein argument sondern reine provokation!

wahrscheinlich bin ich jetzt eh wieder intolerant (links kann nie intolerant sein und konservativ ists immer, also passt scho), wohlwissend, dass die mehrheit der eu-bürger gleich denkt wie ich.

klar, die mehrheit der menschen hat mal gedacht, die erde sei eine scheibe. mal hat sie gedacht, das man die christen verfolgen und töten lassen müsste und vor nicht alzu langer zeit hat die mehrheit der eu-bürgerInnen (damals natürlich noch nciht eu) gedacht, dass sie einen führer und seine politik brauchen -

was ich damit sagen will: wenn es nur leute gäbe wie dich, die mit der mehrheit gehen und mit dem strom schwimmen, dann gäbe es keine veränderungen, keine reformen.... nur weil dir jetzt die mehrheit recht gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass es richtig ist.

zimbim
29.12.2006, 20:55
im gegensatz zu anderen hier habe ich jus studiert und weiss sehr wohl was sich vertraglich regeln lässt und was nicht. so kann man etwa testamentarisch - bis auf die pflichtteile - klar festlegen wer was erben soll, auch lässt sich in jedem mietvertrag ein abtretungsrecht vereinbaren sofern der vermieter das ganze unterschreibt.
schön, dass du uns wissen lässt, dass du jus studiert hast, dann wunderts mich aber nur, dass du anfänglich davon geredet hast, dass man "eh alles zivilrechtlich regeln kann" naja... sollte halt ein Versuch eines Arguments sein, oder?!?:roll:

unabhängig von der Tatsache, dass der Pflichtteil nicht abdingbar ist, ist auch die erbschaftssteuerliche Belastung eine viel höhere, da der gleichgeschlechtliche - im Testament begünstigte - Partner als "Fremder" gilt, und so einen ungleich höheren Erbschaftssteuersatz zu zahlen hat, als in der "klassischen" Ehe, und Freibeträge gibts auch keine.

auch lässt sich in jedem mietvertrag ein abtretungsrecht vereinbaren sofern der vermieter das ganze unterschreibt.
tja, sofern der vermieter das ganze unterschreibt..... richtig erkannt, aber vielleicht sollten gewisse rechte auch angeglichen werden ohne dass der vermieter zustimmen muss

das zeugnisentschlagungsrecht kann man von mir aus ändern. oh... welch philantropes Zugeständniss :roll: in dieser Formulierung scheint sich eine gewisse Aversion ggü. Homosexuellen zu verbergen (aber ich kann mich natürlich auch irren)

die ehe ist per definition eine verbindung von mann und frau - darin sind sich alle weltreligionen einig. wieso schaut hier plötzlich niemand auf die religiösen gefühle die milliarden gläubigen menschen mit dem wort "ehe" eben keine homogemeinschaft verbinden? wie wärs zb. da mal mit toleranz?
Religon??? Es geht um juristische Gleichstellung, diese Religionskeule ist lächerlich, erstens weils genug Homosexuelle gibt die religiös sind (trotz der offensichtlichen Diskriminierung durch die Kirche), zweitens weil - das solltest ja als Jurist auch wissen - Recht und Religion zwei Paar Schuhe sind. Zum Glück schaut das Gesetz nicht (immer) auf die Religiösen Regeln, sonst wären die Meisten hier wegen vorehelichem Geschlechtsverkehr im Knast, oder weil sie vielleicht nicht in die Kirche gehn jeden Sonntag... (ups, das war jetzt aber nicht zynisch oder?!?)

zimbim
05.03.2007, 22:24
dafür, dass die Debatte wieder mal in die Öffentlichkeit getragen wurde, auch durch die (latente) Zustimmung einer Homoehe bzw. eher eingetragenen Partnerschaft durch die BM Kdolsky (ÖVP !!!), ist hier ja äußerst wenig los

zugegeben, hats ja hier in der Vergangenheit einige - meiner Meinung - unrühmliche Diskussionen im Speziellen über die Ausländerfrage gegeben, aber dass hier generell so wenig über gesellschaftspolitische bzw. politische Themen diskutiert wird, find ich etwas schade











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