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Vollständige Version anzeigen : TOP-Thema: „Arbeitszeugnisse und die Sprache dahinter“


Martin
16.03.2004, 09:44
1. TOP-Thema: „Arbeitszeugnisse und die Sprache dahinter“

Man hat das Ferialpraktium abgeschlossen und bekommt ein Arbeitszeugnis. Dies liest man und denkt sich, Sätze wie: „Er hat die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt“ hören sich eigentlich sehr gut an. Doch falsch gedacht. Auch wenn es in manchen Artikeln steht und manche verirrte Menschen noch immer glauben es gibt sie nicht, so muss ich mit diesem Vorurteil aufräumen. Es gibt sie. Die Sprache hinter dem Arbeitszeugnis.
Auch wenn sich manche Floskeln sehr schön anhören, so bedeuten sie oft das Gegenteil. Die Wahrheit, wie so oft, steckt zwischen den Zeilen.
In den nachfolgenden Beispielen wird aufzeigt und darlegt werden, was wirklich, vor allem für Personalmanager, im Arbeitszeugnis steht.
Um zu unserem Beispiel vom Anfang zurückzukommen, im Klartext steht da, dass man die Aufgaben befriedigend vielleicht etwas besser ausgeführt hat. In einer Note ausgedrückt wäre dies eine 3+ oder max. eine 2- . Wirklich gut wäre es erst dann, wenn dort steht „Er hat alle Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt“.
Wenn vor mehrdeutige Formulierungen wie „wir lernten ihn als ....... kennen (aber nicht schätzen)“ oder „mit der ihm eigenen Sorgfalt (nicht aber unserer)“ nichts positives steht, lässt das auf ein negatives Bild schließen. Auch wenn vor solchen Formulierungen etwas positives steht, bleibt ein leicht ironischer Unterton, hier durch die Klammern verdeutlicht, bestehen, der den Gesamteindruck etwas einschränkt.
Bei einer verneinten Aussage wie „nicht zu beanstanden (aber auch nicht zu loben)“ lassen auf eine Leistung schließen, die eher unter dem Durchschnitt liegt.
Ein vernichtendes Urteil kann auch das Weglassen einer Schlüsselqualifikation sein. Zum Beispiel Personen bei denen Ehrlichkeit und Vertrauen sehr wichtig ist z.B. Buchhaltern oder Kassiererin sollte dies im Arbeitszeugnis stehen, ansonsten sollte man darauf drängen, dass dies im Zeugnis steht. Hier gilt der Grundsatz ein nichtgesagtes Wort kann größere Auswirkung haben, als ein gesagtes.
„Herr/Frau verfügte über das erforderliche Fachwissen und setzte es Erfolg versprechend ein.“, heißt im Klartext, dass er/sie nur im allgemeinen den Anforderungen entspricht. Sehr gut den Anforderungen zu entsprechen wäre dies: „Herr/Frau besitzt ein hervorragendes, jederzeit verfügbares Fachwissen und löste durch seine/ihre sehr sichere Anwendung selbst schwierigste Aufgaben“.
Auch in der Beendigungsformel kann der Hund stecken. „Wir wünschen ihm/ihr, dass er/sie künftig viel Erfolg haben wird“ oder „ Wir wünschen ihm/ihr für die Zukunft alles Gute, auch Erfolg“. Beides sind mangelnde Beurteilung die den/die Bewerber nicht gerade im besten Licht darstellen lassen.

Weitere Links zu diesem Thema sind:

http://focus.msn.de/D/DB/DBX/DBX19/dbx19.htm
http://www.berufsstrategie.de/infothemen.cfm?th=TH04001&gr=GR04001&zg=ZG06
http://www.jobworld.de/artikel/arbeitszeugnis/

LG
Euer SoWi Forum Innsbruck-Team











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