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Vollständige Version anzeigen : Österreich vs. EU in Sachen Gentechnik


Thomas
07.10.2005, 14:16
Verlorene Genschlacht

In ihrem Kampf für eine rigide Beschränkung von gentechnisch veränderten Organismen stehen österreichische Vertreter zumeist ziemlich alleine da - Von Alexandra Föderl-Schmid

Auf EU-Ebene führt Österreich eine Schlacht gegen die Gentechnik. Laut Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist das oberösterreichische Gesetz zum flächendeckenden Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen, wie es formuliert war, ein klarer Verstoß gegen EU-Recht.

Auch auf Ministerebene versucht Österreich immer wieder, Mitstreiter für eine rigide Beschränkung von gentechnisch veränderten Organismen zu finden. Dies gelingt manchmal, zumeist stehen Wiener Vertreter jedoch ziemlich allein auf weiter Flur.

Denn die meisten EU-Länder enthalten sich bei den Abstimmungen. Selbst die Vertreter der rot-grünen Regierung in Deutschland zählten nicht immer klar zur Front der ablehnenden Länder, wenn Entscheidungen anstanden.

Da sich die Agrarminister selten zu einer qualifizierten Mehrheit durchringen können, kommen die damit verbundenen Anträge auf Zulassung wieder zurück an die EU-Kommission, die stets grünes Licht gibt. Dass immer mehr Anträge zur Genehmigung vorgelegt werden, begründet die Brüsseler Behörde damit, dass die Forschung fortgeschritten und inzwischen die Unbedenklichkeit vieler Produkte wissenschaftlich bewiesen sei.

Ob es einem gefällt oder nicht: Aufhalten lässt sich die Gentechnik angesichts des europäischen Binnenmarktes auch in Österreich nicht. Vor allem über Futtermittel kommen gentechnisch veränderte Organismen in die Nahrungskette. Wer ganz sicher gehen will, ist auf Bioprodukte angewiesen oder auf einen Landwirt seines Vertrauens. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.10.2005)

Quelle: Der Standard (online) vom 05.10.2005


Was meint ihr zu der ganzen Thematik? Vertraut ihr eher auf Bioprodukte? Glaubt ihr daran, dass sich die ganze Gen-Thematik irgendwann wieder legen wird und sich ein EU-weites Verbot durchsetzen wird? Oder seid ihr eher Befürworter von Gentechnik, da aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte die ganze Angelegenheit sicherer und kontrollierbarer wird?

Ich bin schon auf eure Beiträge gespannt.

Grüße

Thomas

Molella
07.10.2005, 15:55
Obwohl ich ein glühender Europäer und ein großer Anhänger des Friedensprojektes EU bin, finde ich es eigentlich schon ziemlich beunruhigend, dass die EU immer das letzte Wort hat und die Souveränität der einzelnen Mitgliedsländer immer geringer wird.

Zur Frage der Gentechnik bin ich eher skeptisch eingestellt. Man sollte in diesem Bereich nichts überstürzen und lieber noch einige Jahre forschen und dann entscheiden, wie man mit diesem Thema auf lange Sicht umgehen sollte.

Cherry the Kid
07.10.2005, 15:56
ich bin sicher kein befürworter der gentechnik - aber ich habe auch keine probleme damit nahrung, welche aus gentechnisch veränderten zutaten besteht zu essen...

die ganze hysterie und die anpreisung der "bio-produkte" versteh ich sowiso nicht! welcher otto-normal-verdiener kann es sich denn bitte leisten produkte zu kaufen, die rein biologisch hergestellt werden/wurden? (ich rede hier nicht von "ab und zu" sondern immer bio-produkte zu kaufen) - von einem mittellosen studenten ganz zu schweigen....

meiner ansicht nach, reicht es völlig aus, wenn nahrungsmittel mit genveränderten inhaltsstoffen gekennzeichnet werden und trotzdem in den verkauf dürfen - ich bin mir sicher, dass ein großteil der konsumenten gar nicht darauf achten wird, ob da jetzt ein bisserl genzeug drinnen ist oder nicht - da ist schon eher der preis ausschlaggebend....

so, das war mein senf dazu - @thomas - hoff du bist jetzt zufrieden :twisted:

lg
cherry

Daywalker212
07.10.2005, 16:07
IMO ist die gentechnik nicht mehr aufzuhalten, und in einigen jahren(zehnten?) wird es standard sein, auf die gentechnische veränderung zurückzugreifen.

österreich hat genau 2 möglichkeiten: jetzt auf den zug aufspringen, intensiv zu forschen und in 10 jahren vorne dabei zu sein, wenn es heißt teure technologie zu verkaufen, oder umgekehrt, sich verzweifelt dagegen wehren, in 10 jahren einsehen, dass man ohne auch nicht weiterkommt und die technologie teuer einzukaufen.

gerdae jetzt finde ich wäre es wichtig, österreich für die zukunft zu rüsten.

kernenergie ist auch so ein beispiel. ich denk dass man somit in 10 jahren wieder vom "starken wirtschaftsstandord" österreich sprechen könnte.

wenn man den zug jetzt verschläft, wirds um die österr. wirtschaft nur schlechter bestellt sein.

aja: nein, ich bin KEIN befürworter der gentechnik, nur bin ich so realistisch zu sagen, wahl bleibt uns sowieso keine. also die chance nützen!

(so, jetzt dürfts ihr mich zerreißen! ;))

Atlantiz
07.10.2005, 16:36
Ich habe große Angst vor den möglichen Auswirkungen der Gentechnik -Auswirkungen von denen wir wahrscheinlich gar nichts ahnen. Diese ganze "Gott-Spielerei" steht uns nicht zu und ich denke auch nicht, dass der simple Mensch überhaupt die intellektuellen Ressourcen besitzt um das ganze überblicken zu können.

Ich kaufe zu ca. 50% Bioprodukte (zB ausschließlich Bio bei Fleisch, Milchprodukten, Eiern, Reis, Brot, wenn möglich auch bei Gemüse, Obst, etc.) und bin ein glühender Vertreter der biologischen Landwirtschaft.

Ich fände es toll wenn sich Österreich als Bioland spezialisieren würde und nicht auf den "Gentechnik-Zug" aufspringt. :D

engerl
07.10.2005, 16:59
Ich kaufe zu ca. 50% Bioprodukte (zB ausschließlich Bio bei Fleisch, Milchprodukten, Eiern, Reis, Brot, wenn möglich auch bei Gemüse, Obst, etc.) und bin ein glühender Vertreter der biologischen Landwirtschaft.


ich finde, dass man das auch geschmacklich merkt. ich merke zb bei kartoffeln sofort, ob sie von unserem biobauer sind oder die "normalen" aus dem supermarkt.
und grad auch bei joghurts und milchprodukten können die müller&co-produkte mit "unseren" bioprodukten aus österreich nicht mithalten...











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