Vollständige Version anzeigen : moderner Keuschheitsgürtel
christoph123 26.11.2005, 10:15 http://www.afrikanet.info/index.php?option=com_content&task=view&id=238&Itemid=2
naja, wenns denn funktioniert...aber ich stelle mir die handhabung wirklich sehr schwierig vor...
SM kreise werden das mit freude wahrnehmen...
autsch... also auf welche ideen die leute kommen
Hallo,
davon habe ich auch schon gelesen. Finde ich eigentlich gar nicht schlecht, die Idee. Ist nur die Frage, wie es angenommen wird. Aber das könnte schon die Situation v.a. in Südafrika enorm verbessern.
Zu dem Thema Gewalt gegen Frauen in Südafrika auch gleich einmal eine Buchempfehlung von mir: "Schande" von J.M. Coetzee. Ein echt genialer und bedrückender Roman des Literaturnobelpreisträgers von 2003, in dem es genau um die Vergewaltigungsproblematik in Südafrika und die Wehrlosigkeit der Opfer geht.
Grüße
Thomas
christoph123 26.11.2005, 23:44 dieses "vergewltigungskondom" wird allenfalls das gegenteil bewirken fürchte ich...
so ein buch wäre nichts für mich. es ist nicht besonders schön, sich in leid zu baden...
dieses "vergewltigungskondom" wird allenfalls das gegenteil bewirken fürchte ich...
Sorry, aber ich kann dir leider nicht ganz folgen....:?:
so ein buch wäre nichts für mich. es ist nicht besonders schön, sich in leid zu baden...
Sorry, aber mit dieser Argumentation kann ich nichts anfangen. Immer, wenn Missstände aufgezeigt werden, gleich brav die Augen zumachen?
Grüße
Thomas
Zu dem Thema Gewalt gegen Frauen in Südafrika auch gleich einmal eine Buchempfehlung von mir: "Schande" von J.M. Coetzee. Ein echt genialer und bedrückender Roman des Literaturnobelpreisträgers von 2003, in dem es genau um die Vergewaltigungsproblematik in Südafrika und die Wehrlosigkeit der Opfer geht.
Ich schätze mal, dass der Inhalt des Buches nichts für Sensibelchen ist... ;)
Ich schätze mal, dass der Inhalt des Buches nichts für Sensibelchen ist... ;)
Hallo,
brutale Details sind ausgespart. Der Roman wird aus der Perspektive eines Hochschulprofessors erzählt, der aufgrund einer Affäre mit einer Studentin von der Uni geworfen wird und daraufhin zu seiner Tochter aufs Land fährt, die dort eine kleine Farm betreibt. Und die wird dann eines Tages vergewaltigt, während er verprügelt und in einen Nebenraum eingesperrt wird. Details bekommt man eben durch diese Perspektive nicht mit. Allerdings ist die Stimmung dieses Buchs sehr bedrückend, die Lage der Protagonisten erscheint hoffnungslos und unentrinnbar. Das zeigt sich darin, dass die Tochter von den Vergewaltigern (von denen zumindest einer noch minderjährig ist) schwanger wird (aber nicht abtreiben will/kann) und der minderjährige Vergewaltiger wenig später zu dem Nachbarn zieht, der als "Beschützer" (mit dem Namen Petrus) der Tochter fungiert, da sie die einzige Weiße im Umkreis von vielen Meilen ist. Sie muss die Präsenz des Vergewaltigers genau so hinnehmen (er ist ein Neffe von Petrus) wie dann später Petrus' Antrag, seine Zweitfrau zu werden, da er sie so effektiver "beschützen" kann. Und auch der Vater, der ehemalige Hochschulprofessor, steht dem Ganzen ohnmächtig entgegen, wozu auch eine persönliche Existenzkrise kommt.
Wie gesagt: Sehr bedrückend und manchmal ist man geneigt, das Buch einfach fortzuwerfen, weil jeder Satz die Seele quält. Aber durchhalten lohnt sich - ein großes Problem, das noch fast als Tabu gilt, wird thematisiert und das auf eine Art und Weise, dass man sich noch wochenlang nach dem Auslesen des Buches gedanklich damit beschäftigt. Dieses Buch ist ein echter Augenöffner.
Grüße
Thomas
christoph123 27.11.2005, 18:27 Wie gesagt: Sehr bedrückend und manchmal ist man geneigt, das Buch einfach fortzuwerfen, weil jeder Satz die Seele quält
anscheinend solltest du mich dann doch verstehen können!
ich weiß, dass es viel leid gibt. aber deshalb muss ich nichts lesen, was detailliert z.B. eine vergewaltigung schildert. ich weiß nicht, wem ich damit einen gefallen tun sollte wenn ich mich im leid anderer bade...
wie das buch konkret geschrieben ist, weiß ich nicht. aber z.B. bücher wie "a clockwork orange" sind für mich unlesbar. außerdem sind solche bücher meist sehr manipulatif geschrieben und geben nicht 1 zu 1 die realität wieder!
christoph123 27.11.2005, 18:29 Sorry, aber ich kann dir leider nicht ganz folgen....:?:
damit meine ich dass es möglich wäre, dass die täter nur noch viel brutaler vorgehen werden! (durch das vergewaltigungskondom)
anscheinend solltest du mich dann doch verstehen können!
ich weiß, dass es viel leid gibt. aber deshalb muss ich nichts lesen, was detailliert z.B. eine vergewaltigung schildert. ich weiß nicht, wem ich damit einen gefallen tun sollte!
Hallo,
wenn du meinen Beitrag genau durchgelesen hättest, wäre dir vielleicht aufgefallen, dass in dem Buch die Vergewaltigungsszene NICHT detailliert beschrieben wird, sondern sehr indirekt. Aber das ist nicht der Punkt, um den es hier geht.
Natürlich kann man niemanden vorschreiben, was ihn anzugehen hat, aber ich persönlich finde es schade, wenn man sich mit unbequemen Themen nicht beschäftigen will, weil es einem das Partyfeeling versauen könnte (überspitzt ausgedrückt).
Doch das liegt wohl im Ermessen jedes Einzelnen und ich bin der Letzte, der irgend jemanden vorschreiben möchte, wie er zu leben hat bzw. was ihn beschäftigen soll. Belassen wir es also dabei.
Nur eines noch: Ich verstehe auch noch nicht ganz, warum die Täter noch viel brutaler vorgehen sollten? Wenn du ein paar nette Haken in deinem Schwanz hast, dann vergeht dir wohl jegliches Lustgefühl ziemlich schnell und du suchst das Weite (bzw. einen Notarzt, der dir die Dinger entfernt). Oder habe ich da was verpasst? :roll:
Grüße
Thomas
christoph123 27.11.2005, 18:45 ich könnte mir vorstellen, dass ein vergewaltiger nach "ein paar haken" agressiv werden könnte und nicht gleich davonläuft...
wie auch immer, ich habe dazu keinen vergewaltiger befragt...
PS:
auch du verstehst mich nicht ganz.
dass ich z.B hier den beitrag über das "vergewaltigungskondom" gepostet habe zeigt schon, dass ich mich für diese thematik interessiere!
und trotzdem habe ich eben keinen spaß daran, mich an einzelschicksalen zu ergötzen...
ich interessiere mich bei büchern mehr für fantasy etc. mich künstlich in eine negative stimmung zu versetzen ist nicht das meine...
ich hoffe du verstehst wie ich das meine
(jeden tag gibt es vielleicht hundert-tausend unglaubliche schreckliche dinge die passieren, ich kann mich nicht mit jeder einzelne ausführlich beschäftigen)
ich könnte mir vorstellen, dass ein vergewaltiger nach "ein paar haken" agressiv werden könnte und nicht gleich davonläuft...
wie auch immer, ich habe dazu keinen vergewaltiger befragt...
Tja, wissen werden wir es wohl nicht können. Aber ich denke, dass auch ein Abschreckungsmomentum hinzukommen und die Zahl der Vergewaltigungen dadurch gedrosselt werden könnte. Wie auch immer, ich finde die Idee eigentlich ganz gut und dass es funktioniert, kann man eh nur hoffen. Das wird die Zeit zeigen.
auch du verstehst mich nicht ganz.
dass ich z.B hier den beitrag über das "vergewaltigungskondom" gepostet habe zeigt schon, dass ich mich für diese thematik interessiere!
Gut, das ist wohl richtig. Es ist aus deinen anderen Postings lediglich eine Haltung durchgekommen, bei der ich vermutet habe, dass dich das Thema nicht interessieren würde. Das habe ich wohl falsch verstanden.
und trotzdem habe ich eben keinen spaß daran, mich an einzelschicksalen zu ergötzen...
ich interessiere mich bei büchern mehr für fantasy etc. mich künstlich in eine negative stimmung zu versetzen ist nicht das meine...
ich hoffe du verstehst wie ich das meine
Von "ergötzen" kann keine Rede sein. Aber Reflexion und Gedankenarbeit - das meine ich damit. Manchmal macht es keinen Spaß, sich mit etwas zu beschäftigen, und trotzdem ist es wichtig, dass man es tut, da man zu einem Perspektivenwechsel gezwungen wird. Man lernt neue Ansichten kennen, wird moralisch herausgefordert. Mir persönlich ist es wichtig, dass in meinem Privatleben nicht immer alles auf Jubel, Trubel, Heiterkeit abgestellt ist sondern ich mich auch dann - und gerade dann - mit Themen beschäftige, die einfach wichtig sind. Außerdem geht es auch nicht um Einzelschicksale, sondern um allgemeine Problematiken (die vielleicht in Einzelschicksalen dargestellt sind).
Und nebenbei: Natürlich lasse ich mich von Literatur auch gerne unterhalten und ab und an ein kleiner Stephen King reingeschoben tut wirklich gut, dagegen sage ich nichts.
Wie auch immer, jeder hat wohl seine eigene Art und Weise, wie man an solche Themen herangeht und welche Prioritäten man wann setzt. Du hast deine und ich habe meine.
Grüße
Thomas
christoph123 27.11.2005, 19:15 Von "ergötzen" kann keine Rede sein. Aber Reflexion und Gedankenarbeit - das meine ich damit. Manchmal macht es keinen Spaß, sich mit etwas zu beschäftigen, und trotzdem ist es wichtig, dass man es tut, da man zu einem Perspektivenwechsel gezwungen wird. Man lernt neue Ansichten kennen, wird moralisch herausgefordert. Mir persönlich ist es wichtig, dass in meinem Privatleben nicht immer alles auf Jubel, Trubel, Heiterkeit abgestellt ist sondern ich mich auch dann - und gerade dann - mit Themen beschäftige, die einfach wichtig sind.
na mein leben besteht sicher auch nicht nur aus jubel-trubel-heiterkeit :lol:
auch ohne dass ich solche bücher lese.
moralische herausforderung finde ich im täglichen leben auch mehr als genug. und schicksalsschläge kenne ich auch...das kommt nämlich nicht nur in büchern vor. (und muss ich nicht auch noch künstlich haben)
und wenn ich mich gut fühle, dann sage ich sicher nicht: "her mit dem leid!!!"*g*
Außerdem geht es auch nicht um Einzelschicksale, sondern um allgemeine Problematiken (die vielleicht in Einzelschicksalen dargestellt sind).
ich sehe da schon einen unterschied. wenn man z.B. auslandreport (oder was auch immer) sieht wird z.B. der grund der dortigen zustände geschildert. (armut, rechtssprechung, kultureller hintergrund etc.)
wenn ich dann aber konkret auf einen fall eingehe (und zwar sehr ausführlich, also auch eine identifikation erzeugt wird) hat das selbstverstänldlich eine ganz andere qualität.
Hallo,
da hätte ich ja fast auf dich vergessen ... :D Sorry, aber nun bin ich schon wieder hier und vollgestopft mit allerlei megaschlauen Phrasen, die ich gleich einmal loswerden will.
na mein leben besteht sicher auch nicht nur aus jubel-trubel-heiterkeit :lol:
auch ohne dass ich solche bücher lese.
moralische herausforderung finde ich im täglichen leben auch mehr als genug. und schicksalsschläge kenne ich auch...das kommt nämlich nicht nur in büchern vor. (und muss ich nicht auch noch künstlich haben)
und wenn ich mich gut fühle, dann sage ich sicher nicht: "her mit dem leid!!!"*g*
Mein Jubel-Trubel-Heiterkeit-Argument von vorhin war natürlich etwas überspitzt ausgedrückt. Ich neige da manchmal ganz gern zu ein klein wenig Sarkasmus. Natürlich will ich da nichts verallgemeinern, ganz klar. Ich wollte nur deutlich machen, dass ich persönlich auch dem Ernst des Lebens etwas abgewinnen kann.
Zum Thema Schicksalsschläge: "Fate" ist mein zweiter Vorname ... Ich bin sicherlich niemand, der sich künstlich irgendwie in eine negative Stimmung pusht, weil sonst mein ach so schönes rosarotes Leben fad wäre. Tatsache ist, dass eher Grauschattierungen mein Dasein bestimmen und mir die Beschäftigung mit ernsteren Themen durchaus ein wichtiges Anliegen ist, da ich sehr gut weiß, dass eben nicht immer alles Zuckerwatte ist.
Und ich sage auch nicht: "Her mit dem Leid!", wenn es mir gut geht. Ich sage eigentlich nie "Her mit dem Leid!" Leid ist hier einfach nicht der richtige Ausdruck. Vielmehr würde passen: Schattenseiten des Lebens. Denn die gehören wie die Sonnenseiten dazu. Wo die Sonne auf Dinge scheint, gibt es auch immer irgendwo einen Schatten. Das ist nun mal so. Ich nehme beides wahr: Licht und Schatten. Alles die gleiche Medaille. Warum also den Schatten ignorieren?
ich sehe da schon einen unterschied. wenn man z.B. auslandreport (oder was auch immer) sieht wird z.B. der grund der dortigen zustände geschildert. (armut, rechtssprechung, kultureller hintergrund etc.)
wenn ich dann aber konkret auf einen fall eingehe (und zwar sehr ausführlich, also auch eine identifikation erzeugt wird) hat das selbstverstänldlich eine ganz andere qualität.
Du sagst es: Einzelschicksale, bei denen auf Details eingegangen wird, haben eine ganz andere Qualität. Ist das was Schlechtes? Ich bin, wie schon gesagt, der Meinung, dass Einzelschicksale helfen können, das Gesamtproblem aus einer etwas anderen oder etwas schärferen Perspektive wahr zu nehmen. Man wird durch die Beschäftigung mit dem Einzelnen auf das Gesamtbild aufmerksam gemacht. Das kann nun zB auch in der Literatur geschehen. Gerade die Literatur hat als Sprachrohr für die Sprachlosen in der Vergangenheit immer eine wichtige Rolle gespielt und sie wird es auch weiterhin tun.
Aber ich denke, dass wir beide unsere Positionen recht klar und verständlich dargestellt haben. Ich glaube, ich weiß, was du meinst und ich glaube, dass du zu wissen glaubst, was ich meine. Wir könnten hier noch seitenweise diskutieren ohne auf einen grünen Zweig zu kommen - wir sitzen halt beide auf gegenüberliegenden Ästen und werfen uns die Birnen zu. Stattdessen könnten wir die Birnen aber auch essen. ;) In diesem Sinne: Mahlzeit! Es war mir ein Vergnügen, mit dir zu plaudern. :cool:
Grüße
Thomas
Ich finde, man sollte, egal wie man an die Sache herangeht, immer im Hinterkopf behalten, zu welchen Wohlstand wir es in Österreich gebracht haben und dafür dankbar sein, so ein Leben führen zu dürfen.
Das könnte ein gemeinsamer Nenner von euch beiden sein. ;)
Ich finde, man sollte, egal wie man an die Sache herangeht, immer im Hinterkopf behalten, zu welchen Wohlstand wir es in Österreich gebracht haben und dafür dankbar sein, so ein Leben führen zu dürfen.
Das könnte ein gemeinsamer Nenner von euch beiden sein. ;)
Hallo,
das unterschreibe ich gerne. ;)
Grüße
Thomas
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