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Vollständige Version anzeigen : ÖBB - Studentenabzocke...


mh
10.04.2006, 01:53
Es gibt schon einen Thread zur ÖBB-Preissteigerung, die mit 1.4. eingeführt wurde - ich weiß. Das Thema ist aber derart bedeutsam, als dass es Sinn macht, nicht nur über die Preissteigerung zu debattieren, sondern auch Lösungsmöglichkeiten zu überlegen.
Ich selbst bin aus Vorarlberg, fahre sehr regelmäßig ins Ländle und bei mir fallen jedes Monat etwa 100 Euro an Fahrtkosten fürs Nachhausefahren an. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass ich alleine der ÖBB für mein Nachhausefahren über 11000 ATS (rund 800 Euro) pro Jahr bezahle. Bei einer Studienzeit von 8 Semestern (Mindeststudienzeit bei BWL) fallen damit rund 45000 ATS für Fahrtkosten an. Eine ganz schöne Summe, wie ich meine.
Nun, ich denke, dass bei einer Dienstleistung stets das Preis/Leistungsverhältnis passen sollte. Mit der Leistung bin ich - von wenigen Ausnahmen abgesehen - sehr zufrieden. Mit dem Preis wäre ich einverstanden, wenn ich mir nicht als "Melkkuh" vorkommen würde. Ich denke dabei an diese tolle Aktion, die die ÖBB lange Zeit für Pensionisten hatten: für 7 Euro (nicht ganz 100 ATS) durch ganz Österreich reisen.
In diesem Aktionszeitraum kam es nicht nur einmal vor, dass ich als Student für die Fahrt von Innsbruck nach Dornbirn mehr als 5 Euro mehr zu bezahlen hatte, als die vielen Pensionisten, die gerade von Wien nach Dornbirn reisten und sich ausgelassen und vergnügt im gesammten Zug tummelten. Zugegeben, vergnügt wäre ich wohl auch gewesen, hätte ich Woche für Woche um 7 Euro das Zugticket für die Heimfahrt bekommen. Nachdem ich dann aber wegen der Vielzahl von reisenden Pensionisten nur mehr einen Sitzplatz im stickigen Gang eines Abteil-Waggons ergattern konnte, und im Abteil nebenan zwei Pensionisten bei einem Glas Tafelwein auf die schöne Kulturfahrt angestoßen haben, drängte sich mir das Gefühl auf, dass ich wohl ein Mensch zweiter Klasse sein muss. Traurige Gewissheit darüber erhielt ich nach einem Blick auf meine teure Fahrkarte, auf der unmissverständlich "2. Klasse" abgedruckt war.
Dabei war ich noch recht gut dran: wäre ich nicht Besitzer einer Vorteilscard gewesen, hätte mein 2.-Klasse-Ticket mehr als 3mal soviel gekostet, wie jene Tickets der vergnügten Pensionisten.

Ich habe dann etwas über die Möglichkeiten nachgedacht, der ÖBB einen Strich durch die Rechnung zu machen und eine Reiseplattform ins Leben zu rufen. Den Gedanken habe ich noch nicht verworfen, aber die Umsetzung einer solchen Plattform ist mit großen Mühen und einem nicht unbeträchtlichen (finanziellen) Aufwand verbunden, den zu übernehmen mir jetzt niemand einfallen würde.
Letztlich habe ich mich aber gefragt, warum eigentlich nicht die ÖH als Studentenvertretung etwas gegen die Preispolitik der ÖBB unternimmt und Druck auf die ÖBB ausübt. Sowas könnte man sich von einer Studentenvertretung, die ihren "Job" ernst nimmt, durchaus erwarten. Leider passiert dahingehend genau gar nichts. Vielleicht ist es bequemer, den ÖH-Vorsitz für Regierungsanfeindungen zu missbrauchen und "gescheite Kommentare" in zweifelhaften Wurfzeitungen zu verbreiten. So jedenfalls scheint man dann bei der SPÖ Karriere machen zu können (ÖH-Vorsitzende Karin Blum kandidiert für die SPÖ zur Gemeinderatswahl 2006 in Innsbruck auf dem 8. Platz).

Ich schlage vor, hier Möglichkeiten anzudenken dieser studentenfeindlichen Preispolitik der ÖBB entgegenzutreten, damit schließlich die Benützung des öffentlichen Verkehrs für junge Menschen attraktiver zu machen und zu fördern, um Studenten finanziell zu entlasten, anstatt sie zu den Trägern der Bahnhofsrenovierungen in ganz Österreich zu machen. Ich denke, dass wir Studenten genauso Anspruch auf Vergünstigungen erheben dürfen, wie sie beispielsweise Pensionisten eingeräumt werden. Dabei möchte ich betonen, dass ich kein Gegner der Pensionisten-Vergünstigungen bin, sondern vielmehr mir eine adäquate Vergünstigung für Studierende erwarte. Mit Recht.
Denn es gibt in der Tat auch Studierende, die wegen der hohen Fahrtkosten bei der ÖBB am Wochenende am Studienort bleiben müssen.
Hier gibt es massiven Handlungsbedarf!
Die Studentenvertretung mit der ÖH-Vorsitzenden Karin Blum ist derweil im Wahlkampf für die SPÖ unterwegs. Dort zeigt sie Engagement - aber leider auch nur in eigener Sache.

Ich würde mich über eine rege Diskussion zu diesem Thema sehr freuen.

christoph123
10.04.2006, 04:15
Dass es die Mitfahrbörse gibt, weißt du aber schon, oder?

Und zu glauben, dass sich die ÖH ernsthaft für die Interessen der Studenten einsetzt bzw. je eingesetzt hat, ist wohl mehr als blauäugig *g*
Unsere "Vertreter" sehen die ÖH nur als Trittbrett für eine spätere Politkarriere und als Möglichkeit der Selbstdarstellung und nicht als Mittel um unsere Interessen zu vertreten.
Wenn es denen wirklich darum ginge, ein Sprachrohr der Studierenden zu sein, dann wäre es wohl nicht nötig, parteipolitisch zu agieren und sich den Parteien anzubiedern. Betriebsräte ordnen sich ja auch nicht Parteien unter, denen sie zu Gehorsam verpflichtet sind!

engerl
10.04.2006, 04:54
Ich selbst bin aus Vorarlberg, fahre sehr regelmäßig ins Ländle und bei mir fallen jedes Monat etwa 100 Euro an Fahrtkosten fürs Nachhausefahren an. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass ich alleine der ÖBB für mein Nachhausefahren über 11000 ATS (rund 800 Euro) pro Jahr bezahle. Bei einer Studienzeit von 8 Semestern (Mindeststudienzeit bei BWL) fallen damit rund 45000 ATS für Fahrtkosten an. Eine ganz schöne Summe, wie ich meine.

in deinem fall würd sich wahrscheinlich sogar die österreichcard auszahlen (sofern du unter 26 bist) - billig ist die zwar natürlich auch nicht, aber relativ angenehm (kein ticket kaufen, ...)
es ist wirkliche eine wahnsinnige summe, die sich kinder von öbb-bediensteten sparen, da sie gratis fahren (ich glaub, die dauer hängt irgendwie mit der familienbeihilfe zusammen?)...

ich denke dabei an diese tolle Aktion, die die ÖBB lange Zeit für Pensionisten hatten: für 7 Euro (nicht ganz 100 ATS) durch ganz Österreich reisen.
In diesem Aktionszeitraum kam es nicht nur einmal vor, dass ich als Student für die Fahrt von Innsbruck nach Dornbirn mehr als 5 Euro mehr zu bezahlen hatte, als die vielen Pensionisten, die gerade von Wien nach Dornbirn reisten und sich ausgelassen und vergnügt im gesammten Zug tummelten. Zugegeben, vergnügt wäre ich wohl auch gewesen, hätte ich Woche für Woche um 7 Euro das Zugticket für die Heimfahrt bekommen. Nachdem ich dann aber wegen der Vielzahl von reisenden Pensionisten nur mehr einen Sitzplatz im stickigen Gang eines Abteil-Waggons ergattern konnte, und im Abteil nebenan zwei Pensionisten bei einem Glas Tafelwein auf die schöne Kulturfahrt angestoßen haben, drängte sich mir das Gefühl auf, dass ich wohl ein Mensch zweiter Klasse sein muss. Traurige Gewissheit darüber erhielt ich nach einem Blick auf meine teure Fahrkarte, auf der unmissverständlich "2. Klasse" abgedruckt war.
Dabei war ich noch recht gut dran: wäre ich nicht Besitzer einer Vorteilscard gewesen, hätte mein 2.-Klasse-Ticket mehr als 3mal soviel gekostet, wie jene Tickets der vergnügten Pensionisten.

...und die pensionistenaktion kommt laut einem schaffner bald wieder...
ich habe das selber schon desöfteren miterlebt, relativ schlimm soll das ganze auch zwischen salzburg und wien sein - ich hab schon von mehreren pendlern gehört, dass sie sich völlig verar***t vorkommen, wenn sie um fast 200€ pro monat die normale österreichcard für erwachsene bezahlen und die waggons dann von "7-euro-pensionisten" okkupiert werden, die noch dazu nicht unbedingt "unstörend" sind bzw absolut keine rücksicht auf andere fahrgäste nehmen... (wurstsemmel-gestank durch den ganzen zug, etc) natürlich kann man nichts verallgemeinern, aber in sehr viele fällen ist das so...

JFK
10.04.2006, 10:56
Diese Preiserhöhung ist ja irgendwie verständlich, schließlich müssen sie ja irgendwoher die 1,2 Millionen Euro Abfindung für ÖBB-Chef vorm Walde herbekommen.

Aber im Ernst: Ich frage mich halt immer wohin die 500.- Euro, die die österreichischen Steuerzahler jährlich für die ÖBB berappen müssen, hinkommen. Oder ist der Eisenbahnbetrieb einfach ein defizitäres Geschäft?!

theresa
10.04.2006, 12:12
Für mich ist es immer wieder erfreulich mir jeden Monat meine 70,- Fahrkarte zu kaufen...dann von den Mitarbeitern der ÖBB und IVB zu hören, dass ich keine Studentenermäßigung bekomme, da ich arbeite und keine Familienbeihilfe beziehe...

Das ist meiner Meinung wirklich mal der Oberwitz: nur weil ich arbeite, weil ich nicht von meinen Eltern leben kann, muss ich immer den vollen Preis bezahlen und bekomme kein Semesterticket...

Abgesehen von der Familienbeihilfe die entfällt, und auch noch Stipendien, der Kirchenbeitrag der zu zahlen ist...(immerhin auch 100,- im Jahr :lol: )
(sorry off topic)

Theresa

GSX-R600
10.05.2006, 11:55
warum mußt du 100,- Kirchenbeitrag zahlen - bin auch Student und arbeite aber muß nur jedes Semester Studienbestätigung der Kirchenbeitragsstelle schicken - wär ja noch schöner, da wär ich ja in 0,1 sek ausgetreten.

MadMaster2000
10.05.2006, 14:23
Hallo,

Muss euch in eurer Diskussion zustimmen.
Aus schulischen Gründen und jetzt aufgrund des Studiums pendle ich schon seit Herbst 1999 und muss sagen, dass sich die ÖBB durch die Privatisierung weder verbilligt (NEIN - sogar verteuert!), noch pünktlicher geworden ist.

Beinahe alle Studenten die vom Unterland nach Innsbruck fahren, müssen eine Stunde vorher fahren um halbwegs sicher zur Prüfungszeit in Innsbruck zu sein. Hierzu ist natürlich die neue Werbung der ÖBB super: 6 Tage pro Woche immer am selben Bahnschranken um die selbe Zeit ein Auto und der Zug.
Das einzige was bei der ÖBB wirklich funktioniert ist die Webung und damit natürlich auch die Preiserhöhung - die FALSCHWERBUNG muss ja von was bezahlt werden!

Grüße

felixmc
10.05.2006, 15:05
Da bin ich mal froh dass ich in Südtirol beheimatet bin...bei mir ist die Fahrt 2/3 durch Südtirol u das restliche Drittel ist dann von Brenner nach Innsbruck...
zahle für die 2/3 durch Italien ca. 1,5 Euro und von Brenner bis Innsbruck mit der Vorteilscard 3,6 Euro...ist wircklich ein rießiger Unterschied..

PS: nägstes Jahr gibt es für Südtiroler-Studenten glaube ich eine neue Regelung im öffentlichen Verkehrswesen das es Südtirolern ermöglicht für einen Fixbetrag von 100(oder 150 Euro) durch ganz Südtirol + Strecke bis Innsbruck u Trient zu fahren..
an solchen Beispielen könnte sich die ÖBB mal was abschneiden...:twisted:

Zauberfee
10.05.2006, 19:20
Da bin ich mal froh dass ich in Südtirol beheimatet bin...bei mir ist die Fahrt 2/3 durch Südtirol u das restliche Drittel ist dann von Brenner nach Innsbruck...
zahle für die 2/3 durch Italien ca. 1,5 Euro und von Brenner bis Innsbruck mit der Vorteilscard 3,6 Euro...ist wircklich ein rießiger Unterschied..

PS: nägstes Jahr gibt es für Südtiroler-Studenten glaube ich eine neue Regelung im öffentlichen Verkehrswesen das es Südtirolern ermöglicht für einen Fixbetrag von 100(oder 150 Euro) durch ganz Südtirol + Strecke bis Innsbruck u Trient zu fahren..
an solchen Beispielen könnte sich die ÖBB mal was abschneiden...:twisted:
Hoffen wir dass dies auch umgestzt wird, ganz sicher ist das ja noch nicht. Die Fahrkartenpreise im heiligen Land Österreich sind wirklich eine Frechheit. Wahrscheinlich warten alle Verantwortlichen bis demonstrierende Studenten einen Wagon umschmeißen und diesen in Brand setzen. Je schneller dies geschieht umso schneller wird es billiger.

mrrem
11.05.2006, 10:23
Hallo,

Muss euch in eurer Diskussion zustimmen.
Aus schulischen Gründen und jetzt aufgrund des Studiums pendle ich schon seit Herbst 1999 und muss sagen, dass sich die ÖBB durch die Privatisierung weder verbilligt (NEIN - sogar verteuert!), noch pünktlicher geworden ist.

Grüße


sorry, aber die öbb ist LEIDER (noch) NICHT privatisiert. wo kämen wir denn da hin, wenn man für ein privatunternehmen 550 euro jährlich bezahlen müssten.

und glaubst du wirklich, dass wenn der saftladen mal privatisiert werden würde, dann noch solche halbaffen (sorry meine ausdrucksweise) dort arbeiten?

wenn der laden mal privatisiert werden würde, bin ich mir sicher, würde es auch aufwärts gehen (naja, noch weiter bergab ist ja schwer möglich).

preiserhöhung hin oder her. ich finds zwar auch nicht toll, dass man jedes jahr noch mehr bezahlt. glaube aber, dass der preis fair wäre, wenn die zustände (pünktlichkeit, genügend platz, freundlichkeit der schaffner) stimmen würden!

dies ist leider nicht der fall... hoffen wir mal, dass man den laden mal ausmisstet (wir könnten ja alle dem gorbach ein mail schreiben, dass er nochmals gewaltig durchgreifen soll, bevor er von der politikbildfläche verschwindet, dann würde er nämlich nicht als 160km/h minister, sondern als einer, der die öbb auf vordermann gebracht hat, in die geschichte eingehen) ---> träumen von besseren öbb zeiten darf man ja noch ;-)

MadMaster2000
11.05.2006, 10:37
@mrrem:

Naja, nicht komplett privatisiert - aber sehr wohl teilprivatisiert!!
Also nicht so stürmisch bitte.

Es wird sich auch dann nichts ändern, da die ÖBB ein unanfechtbares Monopol besitzt - LEIDER:

Grüße

swimmingpool
11.05.2006, 12:22
wollte nur mal anmerken, dass alleine die Personalkosten bei der ÖBB in etwa so hoch sind wie die Umsatzerlöse....

mrrem
11.05.2006, 13:33
@mrrem:

Naja, nicht komplett privatisiert - aber sehr wohl teilprivatisiert!!
Also nicht so stürmisch bitte.

Es wird sich auch dann nichts ändern, da die ÖBB ein unanfechtbares Monopol besitzt - LEIDER:

Grüße

das stimmt schon, aber es sind immer noch mehr als 50 % im staatsbesitz. und die teilprivatisierung hat, wie du bereits gesagt hast, genau gar nichts gebracht

csae3200
11.05.2006, 14:16
eigentlich ging's bei den bisherigen schritten nur um eine umstrukturierung des unternehmens.
dadurch wird gewährleistet, dass die privatisierung vielleicht irgendwann dann wirklich vonstatten gehen kann.
ein monopol besteht danach wahrscheinlich immer noch im schienennetz, der betrieb könnte allerdings wirklich privatisiert werden.
vielleicht wird's dann ja echt besser...

engerl
11.05.2006, 14:18
eigentlich ging's bei den bisherigen schritten nur um eine umstrukturierung des unternehmens.
dadurch wird gewährleistet, dass die privatisierung vielleicht irgendwann dann wirklich vonstatten gehen kann.
ein monopol besteht danach wahrscheinlich immer noch im schienennetz, der betrieb könnte allerdings wirklich privatisiert werden.
vielleicht wird's dann ja echt besser...

du hast beim smekal gut aufgepasst ;)

csae3200
11.05.2006, 14:22
du hast beim smekal gut aufgepasst ;)

na klar, ist ja auch wirklich interessant!

engerl
11.05.2006, 14:25
na klar, ist ja auch wirklich interessant!

vollste zustimmung :)











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