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Thema: Mag. in Österreich --> Dr. in Italien !?!

  1. #1
    Golden Member Bewertungspunkte: 10
    Avatar von Betty
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    Mag. in Österreich --> Dr. in Italien !?!

    Mag. in Österreich --> Dr. in Italien

    Wer von euch hat die heisse Diskussion in den Dolomiten verfolgt? Demnach ist ja die Verwendung des Dr.-Titels durch einen Mag. schon fast strafbar. Erlaubt wäre anscheinend nur der Titel Dott. was ja für nichts anderes als dottore steht, aber ihn einfach auf deutsch zu übersetzen ist anscheinend sehr fragwürdig.

    Gscheiter man nennt sich einfach nur Mag.. Denn im Grunde ist man ja eigentlich nur ein Magister.

    seht euch einfach mal die Leserbriefe in der heutigen Dolomiten an!

    Noch was interessantes: Jeder Südtiroler, der in Österreich studiert hat und dafür länger als 4 Jahre benötigt hat, kann in seinem Lebenslauf mit einem Auslandsstudium prahlen Ist zwar nicht bei Bewerbungen in Südtirol interessant, aber wenn man sich bei einem im Ausland ansässigen Unternehmen bewirbt, kann das schon helfen.
    Geändert von Betty (17.11.2005 um 13:34 Uhr)

  2. #2
    Golden Member Bewertungspunkte: 10
    Avatar von Betty
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    Leserbriefe aus der Dolomiten:

    Diskussion

    Doktortitel
    Mit großem Interesse verfolge
    ich die Diskussion und bin
    äußerst schockiert. Fast alle
    Südtiroler nennen sich „Dr.“
    obwohl sie wahrscheinlich nur
    drei Jahre an einer Fachhochschule
    waren. Und wahrscheinlich
    wissen diese „Doktoren“
    gar nicht, dass dies ein
    illegales Handeln im EU-Land
    bedeutet. Was machen diese
    Südtiroler Doktoren, wenn sie
    wirklich im EU-Ausland sind,
    wie z.B. Österreich. Nennen
    Sie sich da auch Doktor? Das
    würde mich mal interessieren,
    wie dreist diese Südtiroler mit
    Doktortiteln im Ausland umgehen.
    Aber interessant, dass man
    diesen „dott.“ einfach als „Dr.“
    übersetzt. Kein Wunder, dass
    da ein richtiger „Dr.“ über diese
    Missstände aufklären möchte.
    Fünf Jahre Studium an der
    Universität Wuppertal habe
    ich hinter mir und bin Lebensmittelchemikerin,
    habe aber
    nicht das Recht mich Dr. zu
    nennen. Warum darf das ein
    Südtiroler?
    Lucie Schott, D-Niebüll
    *
    Die angesprochenen fünf Leserbriefe
    waren offensichtlich
    notwendig, damit auch Herr
    Dissertori endlich das Thema
    der aktuellen Diskussion versteht.
    Ich verweise zum dritten
    Mal auf die Informationsseite
    des Bildungsministeriums in
    Rom www.study-in-italy.it.
    Hier kann man nachlesen, dass
    der bei der „laurea“ verliehene
    Titel „dottore/dottoressa“ bzw.
    „dott./dott.ssa“ lautet und dieser
    nicht mit „Philosophy Doctor,
    Docteur, Doctor, Doktor,
    Doutor etc.“ bzw. „Dr.“ oder
    „PhD“ verwechselt werden
    darf. Die Nicht-Übersetzbarkeit
    schließt also sogar die Abkürzungen
    mit ein.
    Wenn die Handwerksberufe
    endlich auch auf das „Dissertori-
    System“ umstellen, dürfen
    sich alle Meister „Master“ und
    alle Gesellen „Bachelor“ nennen,
    was korrekte sprachliche
    Übersetzungen sind. Da Motor
    auf Englisch „engine“ heißt,
    wäre „Master of Engineering
    (MEng)“ ein wohlklingender
    Titel für einen Mechanikermeister.

    Vielleicht fallen ja anderen
    Leserbriefschreibern ähnliche
    Sinn entfremdende Übersetzungen
    ein. Die Gedanken sind
    frei.
    Dr. rer. nat. Thomas Schmid,
    Zürich, München, Bozen
    *
    Diesen zwei Herrn Akademiker
    „Dr.“ oder „dottore magistrale“
    und „Dr.rer.nat.“
    würde ich raten, an die Unis
    zurückzukehren, bis sich geklärt
    hat, wer sich wie graduieren
    bzw. titulieren darf.
    Dies wäre wohl das „salomonste“
    Urteil in dieser Rang-Polemik.
    Vielleicht könnte dann
    für einige Zeit diese Spalte für
    eventuelle andere passionierte
    Leserbriefschreiber frei sein.
    Entschuldigung, aber diese
    Leierkomödie beginnt langsam
    zu nerven.
    Konrad Rufinatscha,
    Bozen
    *
    Einen sehr interessanten
    Beitrag habe ich in der freien
    Enzyklopädie „www.wikipedia.
    de“ gefunden: „In Italien
    gibt es im Wesentlichen drei
    Arten von akademischen Graden:
    ,laurea‘, ,laurea specialistica‘
    und ,dottorato di ricerca‘.
    Kurzstudiengänge mit einer
    Dauer von zwei bis drei Jahren
    schließen mit der ,laurea‘ ab.
    Nach etwa zwei weiteren Jahren
    der Spezialisierung kann
    die Prüfung zur ,laurea specialistica‘
    abgelegt werden.
    Laut Gesetz sind Studienabsolventen
    berechtigt, den Titel
    ,dottore‘ (,laurea‘) bzw. ,dottore
    magistrale‘ (,laurea specialistica‘)
    zu führen, der allerdings
    nicht der Promotion (Dr. oder
    PhD) entspricht. Das Äquivalent
    zum Doktor oder PhD ist
    der ,dottore di ricerca‘ (Forschungsdoktor),
    der nach ,laurea
    specialistica‘ und anschließender
    Forschungsarbeit (ca.
    drei Jahre) verliehen wird.
    Deutschsprachige Studienabsolventen
    (Südtirol) führen
    häufig eigenhändige Übersetzungen
    des italienischen ,dottore‘
    als Namenszusatz (z.B.
    Dr., Dr.-Ing.), die aber nicht den
    gleichlautenden akademischen
    Graden im restlichen deutschen
    Sprachraum entsprechen
    und in dieser Form nicht
    von Hochschulen in Italien verliehen
    werden.“ Mehr zum
    Thema – auch zur strafrechtlichen
    Belangbarkeit (bis zu einem
    Jahr Freiheitsstrafe in
    Deutschland) des unberechtigten
    Gebrauchs akad. Titel – im
    Internet unter anderem auf
    http://de.wikipedia.org/wiki/
    Doktor.
    Dr. rer. nat. Dipl.-Chem.
    Gernot Krame r,
    Unterinn/Ritten
    *
    Es wird Ihnen, Herr Dissertori,
    die Führung dieses nicht
    erworbenen „Dr.“ in Südtirol
    wahrscheinlich keine großen
    Probleme bereiten, da landesweit
    diese eigenartige Übersetzungspraxis
    leider üblich ist.
    Eigenartig deswegen, da man
    sich gerade hier, unmittelbar
    angrenzend an das deutschsprachige
    Ausland, der Verwechslung
    und Fehlinterpretation
    dieses akademischen Grades
    sehr wohl bewusst ist. Eigenartig
    auch deswegen, weil
    sehr viele Südtiroler auf Visitenkarten
    und in Telefonbüchern
    diesen nicht erworbenen
    Titel führen und somit auch bei
    ihren geschäftlichen Tätigkeiten
    im Ausland falsche Tatsachen
    vorgaukeln.
    Im deutschsprachigen Raum
    (Deutschland, Schweiz, Österreich)
    gibt es Bestimmungen,
    die die Führung akademischer
    Grade regeln und schützen (vgl.
    Studienrecht www.bmbwk.gv.
    at) oder den Gebrauch von Titeln
    unter Strafe stellen, sofern
    der Tatbestand des unlauteren
    Wettbewerbs oder des Betruges
    erfüllt wird (vgl. www.crus.ch).
    Laut deutschem StGB § 132 a
    wird das unbefugte Führen von
    Titeln mit einer Freiheitsstrafe
    bis zu einem Jahr geahndet.
    Aber vielleicht fahren Sie ja nie
    über die Landesgrenze.
    Maria Korn, Bruneck

    Quelle: www.dolomiten.it, 17.11.2005

  3. #3
    Experte Bewertungspunkte: 4

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    Is ja interessant...

    Aber dann dürfte sich ein in Italien studierten Dott. auch in Südtirol nur Dott. nennen und nicht Dr., da das ja dem Forschungsdottore vorbehalten ist. Schätze mal, dass das auf 99% der Südtiroler Dr.en und Dr.innen zutrifft.

    Und in Italien ist der Umgang mit Titeln ja sonst schon locker: Wer hatte nicht bereits in der Mittelschule eine Professoressa? Darf die dann, wenn sie nach Deutschland fährt, sich nur noch Lehrerin nennen?

    Na dann..

    LG
    rag. e per.comm. mag.mag. dott.dott. Miky

  4. #4
    Junior Member Bewertungspunkte: 0

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    ich erinnere an dieser stelle an einen ehemaligen vorstandsvorsitzenden eines renommierten tiroler kreditinstitutes. dieser herr, zufälligerweise ein südtiroler, studierte in innsbruck - abschluss: magister

    anrechnung seines studiums an einer ital. universität - abschluss: dottore

    führung seines akad. grades in tirol: dr.

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